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Pressemitteilungen

Der pro familia Landesverband Bayern lehnt den Vorschlag der Bundesregierung als nicht ausreichend ab

Mit großer Bestürzung haben wir am gestrigen Abend den „Vorschlag der Bundesregierung zur Verbesserung der Information und Versorgung in Schwangerschaftskonfliktlagen“ zur Kenntnis nehmen müssen.

Das von der „Arbeitsgruppe“ vorgestellte Papier verschiebt die Lösung und Entscheidung in die Zukunft und scheint eher den Versuch darzustellen, den Druck aus der Debatte zu nehmen, als eine Lösung zu bieten, die den Ärzten Rechtssicherheit bietet und die Versorgungslage langfristig zu verbessern. Es suggeriert, dass Frauen in Schwangerschaftskonfliktlagen ihre Entscheidung leichtfertig treffen und deshalb vor „Werbung“ geschützt werden müssten.

Diese Sichtweise zeugt von tiefem Misstrauen in die betroffenen Frauen und von tiefem Misstrauen auch gegenüber Mediziner*innen und ist für uns intolerabel.

Es stellt damit einen Schlag ins Gesicht aller Mediziner*innen und aller Frauen in Schwangerschaftskonfliktlagen dar.

Leider bleibt das von der Arbeitsgruppe als Vorschlag und „Kompromiss“ vorgestellte Papier darüber hinaus in vielen Fragen unkonkret (nach Monaten der Gespräche) und beinhaltet keine Vorschläge zur Lösung des Problems, sondern nur Absichtserklärungen.

Im Einzelnen kritisieren wir an diesem Papier:

  • Der Vorschlag, neutrale, medizinisch und rechtlich qualitätsgesicherte Informationen auch seitens der staatlichen Stellen zur Verfügung zu stellen ändert an der weiterhin unhaltbaren Kriminalisierung der Ärzt*innen, die über Schwangerschaftsabbruch informieren nichts und sorgt weiterhin dafür, dass Ärzt*innen aus Angst vor Anzeigen nicht informieren. Gegen eine ZUSÄTZLICHE Informationsmöglichkeit spricht natürlich nichts.
  • Der Vorschlag , die Bundesärztekammer und die BzgA zu beauftragen, Kontaktinformationen zu den Ärzten und Krankenhäusern, die eingewilligt haben, zur Verfügung zu stellen greift zu kurz, da zum einen eben die nicht einwilligenden Ärzte auf diesen Listen nicht enthalten sind und zum zweiten eine Information zu den spezifischen Rahmenbedingungen bei den jeweiligen Ärzten nicht Inhalt einer Liste sein können. Fragen zur Methode, zu Rahmenbedingungen, Anzahl der Termine, Dauer der Termine, Narkose oder nicht etc. können mit Listen nicht geklärt werden. Listen sind daher zum einen unvollständig und zum anderen inhaltlich nicht informativ genug.
  • Zur Frage der Studien (Punkt 5) ist zu sagen, dass es ausreichende und umfangreiche Studien und Forschungsergebnisse gibt, die publiziert sind und zur Verfügung stehen, daher ist eine erneute Studie nicht notwendig. Es gilt mittlerweile als wissenschaftlich nachgewiesen, dass es das sog. "post - abortion - syndrom" nicht gibt. Psychische Probleme im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch treten lt. Studien vor allem dann auf, wenn die persönlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so ungünstig sind (oder gestaltet werden), dass Frauen psychisch vulnerabler sind. Diese psychischen Probleme sind aber nicht in einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Schwangerschaftsabbruch selbst zu sehen, sondern würden wahrscheinlich auch unabhängig von Schwangerschaftskonfliktlagen auftreten. Die Belastung wird eher durch den gesellschaftlichen Druck und die Stigmatisierung und Entsolidarisierung erhöht.

Als Fachverband für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung stehen wir seit vielen Jahren an der Seite der Klient*innen.

Wir beobachten seit einigen Jahren mit Sorge eine deutliche und zunehmend „aggressivere“ Vorgehensweise fundamentalistischer Abtreibungsgegner und Selbstbestimmungsfeinde gegenüber Klient*innen und gegenüber Ärzt*innen.

Zugleich beobachten wir seit Jahren eine sich immer deutlicher verschlechternde Versorgungslage für Frauen in Schwangerschaftskonfliktlagen. Diese ist auch der Kriminalisierung von Ärzt*innen geschuldet.

Wir fordern von der Bundesregierung ein deutliches Signal an Ärzt*innen, dass die Informationen auf ihren Webseiten zulässig sind. Für Ärzt*innen und informationssuchende Frauen gibt es nur eins:

Der §219a StGB muss gestrichen werden!

pro familia Landesverband Bayern e.V.

C/O Holzmarkt 2

85049 Ingolstadt

Telefon 0841 379 289 0

Fax 0841 379 289 10

www.profamilia.de

17.12.2018

pro familia lehnt den halbherzigen Vorschlag der Bundesregierung ab

Zum gestern vorgelegten „Vorschlag der Bundesregierung zur Verbesserung der Information und Versorgung in Schwangerschaftskonfliktlagen“ erklärt der pro familia Bundesverband:

Der Vorschlag bietet keine Lösung in der Sache §219a StGB. Anstatt mit einer Streichung des Paragraphen ein für alle Mal Rechtsicherheit für Ärzt*innen zu erreichen, will die Bundesregierung die Informationsmöglichkeiten von Ärzt*innen weiterhin einschränken. pro familia bleibt dabei, dass die Informationen, die Ärzt*innen auf ihre Webseiten stellen, keine Werbung sind und der §219a StGB gestrichen werden muss.

Laut Vorschlag sollen Ärzt*innen künftig auf ihren Webseiten nur darauf hinweisen dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, bei allen anderen Fragen sollen sie auf staatliche Internetseiten verweisen. Unsere Erfahrung aus der Beratung zeigt aber, dass Frauen weitergehende Informationen benötigen, wie z.B. nach welcher Methode der Abbruch durchgeführt wird, wie der Ablauf ist und wie die Haltung der Praxis bzw. der Klinik zum Schwangerschaftsabbruch aussieht. Diese Informationen werden weder auf einer staatlichen Internetseite oder einer zentralen Kontaktliste zu finden sein, dabei sind sie für Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, essentiell.

Völlig unverständlich ist für pro familia, warum die Bundesregierung in ihrem Vorschlag die Idee einer Studie über die seelischen Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs formuliert. Es liegen ausreichend seriöse Studien dazu seit Jahren auf dem Tisch, eine weitere ist nicht notwendig. Das Post-Abortion-Syndrom ist eine Erfindung von Gegner*innen reproduktiver Selbstbestimmung und hat mit dem Informationsrecht zum Schwangerschaftsabbruch nichts zu tun.

Solange der §219a StGB weiter besteht, hat er Folgen für:

  • die Kriminalisierung von Ärzt*innen,
  • die Tabuisierung des Schwangerschaftsabbruchs in der Gesellschaft,
  • das dahinter liegende problematische Frauenbild (z. B. die Unterstellung, die Sichtbarmachung von medizinischen Angeboten zum Schwangerschaftsabbrüchen produziere Nachfrage nach Schwangerschaftsabbrüchen),
  • die Bereitschaft von (jungen) Ärzt*innen einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, die immer geringer zu werden scheint,
  • eine flächendeckende Versorgung, die nicht mehr gewährleistet wird.

pro familia ist über das dürftige, fachlich kontraproduktive Ergebnis des langen zähen Ringens bestürzt. Wir fordern von der Bundesregierung ein deutliches Signal an Ärzt*innen, dass die Informationen auf ihren Webseiten zulässig sind. Für Ärzt*innen und informationssuchende Frauen gibt es nur eins: Der §219a StGB muss gestrichen werden!

13. Dezember 2018 Pressekontakt Regine Wlassitschau regine.wlassitschau@profamilia.de pro familia Bundesverband Mainzer Landstraße 250-254 60326 Frankfurt am Main Tel. 069-26 95 779-22 Fax 069-26 95 779-30 www.profamilia.de

pro familia ist der führende Verband für Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. Der Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert

Offener Brief an die Bundesregierung: §219a StGB ersatzlos streichen!

11. Oktober 2018. Anlässlich des morgigen Berufungsverfahrens im Fall Kristina Hänel fordert ein Verbändebündnis, dem pro familia angehört, erneut, den Paragraphen §219a StGB ersatzlos zu streichen.

Nach der Zurückstellung des Antrages auf Aufhebung des §219a StGB der SPD-Fraktion im Bundestag hatte sich die Regierungskoalition darauf verständigt, im Herbst einen Vorschlag zur Regelung vorzulegen. Aber bis heute fehlt diese Regelung, die endlich Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte schafft und Frauen einen uneingeschränkten Zugang zu Information über einen Schwangerschaftsabbruch einräumt! Aus diesem Grund legt das Verbändebündnis den Offenen Brief zur Aufhebung des § 219a StGB, der bereits im April an die Bundesregierung und die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD verschickt wurde, nochmals vor. Denn die Zeit drängt und die Zahl der Anzeigen gegen Frauenärzt*innen nimmt zu. Der Offene Brief ist hier abrufbar.

Pressemitteilung Frag Katha! – pro familia Bayern hat nachgefragt

Frag Katha! – pro familia Bayern hat nachgefragt

Die Landesvorsitzende der pro familia Bayern e.V. Stefanie Kauschinger und der Geschäftsführer der pro familia Bayern e.V. Thoralf Fricke nahmen am Rande der Wahlkampfveranstaltung der Partei Bündnis9ß/ Die Grünen „Frag Katha!“ am 04..10.2018 die Gelegenheit wahr, Katharina Schulze auch zu sozialpolitischen Fragen rund um die sexuellen und reproduktiven Rechte Fragen zu stellen.

Hierbei stellte die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen auf Nachfrage Frickes klar, dass die Grünen sich auch weiterhin für die Kostenfreiheit von Verhütungsmitteln für Menschen ohne Einkommen bzw. mit geringem einsetzen werden.

„Wir sind überzeugt - der selbstbestimmte Zugang zu zuverlässigen, qualitativ hochwertigen und individuell passenden Verhütungsmitteln muss für alle, unabhängig von Einkommen und Wohnort, gewährleistet sein. Da Menschen mit geringem Einkommen häufig das Geld für eine passende Verhütung fehlt, schränkt dies ihr Recht auf selbstbestimmte Familienplanung ein.“ erklärte Katharina Schulze im persönlichen Gespräch mit den Vertretern der bayerischen pro familia – Verbände.

Einig war man sich auch darüber, dass Bürger*innen sich frei und selbstbestimmt entscheiden sollen, ob sie bei einer ungewollten Schwangerschaft das Kind bekommen wollen oder nicht. Für eine fundierte freie Entscheidung bedürfe es jedoch des niedrigschwelligen Zugangs zu medizinisch und sachlich einwandfreien Informationen. Ärzt*innen müssen darüber informieren können, dass sie straffreie Schwangerschaftsabbrüche nach den gesetzlichen Vorgaben vornehmen und welche Methoden sie hierbei anwenden.

Stefanie Kauschinger weist noch auf die Problematik der flächendeckenden medizinischen Versorgung hin, da bereits jetzt in vielen Regierungsbezirken kaum mehr ausreichendes, wohnortnahes medizinisches Angebot zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen gegeben ist.

„Die Entscheidung, ob ein Arzt oder eine Klinik einen nicht medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch im Rahmen der gesetzlich gegebenen Möglichkeiten durchführt, soll jedem selbst überlassen werden. Trotzdem muss der Freistaat dafür Sorge tragen, dass es in jedem Bezirk möglich ist, einen solchen Eingriff medizinisch sicher durchführen zu lassen. Deshalb fordern wir unabhängige Anlaufstellen für Betroffene in ganz Bayern. In jedem bayerischen Bezirk soll es eine kommunale oder staatliche Klinik geben, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt und eine kompetente, wohnortnahe medizinische Versorgung sicherstellt.“ betonte Schulze die Haltung der Grünen hierzu.

„Außerdem fordern wir, dass es in diesem Bereich mehr Weiterbildung gibt und die ärztlichen Standards angepasst werden, damit junge Gynäkolog*innen für dieses Angebot auch zur Verfügung stehen und diesen Eingriff sicher beherrschen.“ pflichtete Kauschinger ihr bei.

Dass 100 Jahre nach Einführung der Frauenwahlrechtes und 50 Jahre nach der zweiten Welle der Frauenrechtsbewegung 1968 wieder politische Strömungen versuchen, die erkämpften Frauenrechte zurückzudrehen sei sehr bedenklich. Hier müsse man entschieden dagegenhalten waren sich alle beteiligten am Gespräch einig.

09.Oktober 2018

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Bild: Dirk Wildt, Matthias Weigl, Katharina Schulze, Stefanie Kauschinger (Vorsitzende pro familia Bayern), Toni Weigl, Frederic Sascha Müller | Foto: Hermann Schoyerer

Pressemitteilung zur Missbrauchsstudie

Der pro familia Landesverband Bayern e.V. ist erschüttert über das bekanntgewordene Ausmaß der Missbrauchsfälle, das die aktuell veröffentlichte interne Studie der katholischen Kirche zum Vorschein gebracht hat.

Als Fachverband für Sexualberatung und Sexualpädagogik, der sich für die sexuellen und reproduktiven Rechte engagiert, müssen wir mit großer Bestürzung zur Kenntnis nehmen, dass über einen langen Zeitraum hinweg tausende Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Übergriffe durch Geistliche geworden sind.

Sexualisierte Gewalt verletzt die Menschenwürde und hat für die Betroffenen und deren Angehörige weit reichende, oft noch jahrzehntelange Folgen für deren körperliche und psychische Gesundheit.

Neben den nun bekanntgewordenen Missbrauchsfällen darf nicht vergessen werden, dass sexualisierte Gewalt ebenso im nahen sozialen Umfeld ausgeübt wird, wie z.B. im Familien- oder Freundeskreis. Die Täter*innen stammen aus allen sozialen Schichten.

Jedoch gibt es Entstehungsbedingungen, die das Vorkommen sexueller Übergriffe begünstigen oder überhaupt erst möglich machen. Begünstigende Faktoren sind vor allem stark autoritär geprägte Systeme, die wenig Widerspruch zulassen sowie Gruppierungen, die Themen zu Sexualität, Homosexualität und geschlechtlicher Vielfalt tabuisieren.

Das Wissen um Täter*innenstrategien, Gewaltdynamiken, wie Verstrickung, Geheimhaltung und Leugnung, sowie um Bewältigungs – und Überlebensstrategien der Opfer ist eine notwendige Grundlage effektiver Präventions- und Hilfsangebote. Gerade Kinder und Jugendliche, nicht ausreichend über Sexualität und sexuelle Gewalt informiert sind, sind besonders stark gefährdet, Opfer von Übergriffen zu werden.

Der pro familia Landesverband Bayern und seine Mitgliedverbände bieten seit vielen Jahren sexualpädagogische und präventive Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern an. Spezielle Angebote gibt es darüber hinaus für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Ergänzend bietet pro familia sowohl für Mitarbeitende der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe als auch für Lehrkräfte Fortbildungen und Teamberatungen zu Sexualität und sexualisierte Gewalt an.

Als Fachverband für Sexualberatung und Sexualpädagogik fordert pro familia Bayern:

  1. Ein flächendeckendes Angebot der sexuellen Bildung für Kinder und Jugendliche ab dem Grundschulalter, gestützt auf das sexualpädagogische Expert*innenwissen nicht schulischer Anbieter.
  • Kinder und Jugendlichen mit den positiven Seiten von Sexualität vertraut zu machen und ihnen somit überhaupt erst eine Sprache dafür zu vermitteln, stellt einen wichtigen Aspekt ganzheitlicher Prävention dar. Nur so können Kinder dann – wenn sie mit sexualisierter Gewalt in Berührung kommen - diese als solche erkennen und wissen, wie sie sich mitteilen können.


       2. Verpflichtende Fort – und Weiterbildung von Lehrkräften und pädagogischem Personal.

  • Lehrkräfte und pädagogisches Personal zu schulen ist ein wichtiger Bestandteil präventiver Konzepte. Sie sind neben den Eltern oft am engsten an den Kindern und Jugendlichen dran, sehen sie mehrfach pro Woche und können plötzliche Verhaltensänderungen oder Auffälligkeiten am ehesten bemerken – vorausgesetzt, sie sind entsprechend geschult

      3. Einen flächendeckenden Ausbau konfessionell unabhängiger spezialisierter

         Fachberatungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt.

28. September 2018

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pro familia fordert den Gesetzgeber auf, Schutzzonen vor Schwangerschaftsberatungsstellen festzuschreiben

Seit dem 26. September 2018 und insgesamt 40 Tage lang belagern Gegner*innen reproduktiver Selbstbestimmung pro familia Beratungsstellen. Sie verweigern Frauen das Recht, selbstbestimmt über ihren Körper und ihr Leben zu entscheiden und lehnen die rechtlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch ab. Damit werden alle Nutzer*innen der Angebote von pro familia (Sexuelle Bildung, Sexualberatung, Beratung zu Elterngeld, Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch, Beratung zu Pränataldiagnostik), die die beiden betroffenen Beratungsstellen in Frankfurt und Pforzheim in den 40 Tagen aufsuchen, singenden und betenden Aktivist*innen ausgesetzt. Diese schrecken nicht einmal davor zurück, durch Fotografieren die Privatsphäre der Klient*innen zu verletzen, obwohl dies strafbar ist. Das im Schwangerschaftskonfliktgesetz formulierte Recht auf anonyme Beratung und Information wird konterkariert und Ratsuchende werden in unzumutbarer Weise belästigt.

Dazu erklärt die Bundesvorsitzende von pro familia, Prof. Dr. Davina Höblich:

„Und wieder wird die gesetzlich vorgeschriebene Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch in Frankfurt zum Spießrutenlauf. Erneut werden Gegner*innen reproduktiver Selbstbestimmung der ‚40 days for life‘ Ratsuchende mit Parolen, großen Fotos von Embryos, lauten Gebeten und Gesängen verunsichern, bevormunden und demütigen. pro familia hat schon anlässlich der Belästigungen an Ostern Schutzzonen vor Schwangerschaftsberatungsstellen gefordert, damit ratsuchende Frauen, Männer und Paare von Demonstrierenden unbehelligt bleiben. Nun appellieren wir erneut an den Gesetzgeber, alles dafür zu tun, damit der gesetzliche Auftrag, eine vertrauliche, ergebnisoffene Beratung anzubieten, sichergestellt werden kann.

Das Schwangerschaftskonfliktgesetz sieht vor, dass die Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch ergebnisoffen und auf Wunsch anonym gestaltet werden soll. Dies ist durch die Belagerung der Beratungsstellen nicht gewährleistet. Deshalb fordert pro familia den Gesetzgeber auf, Schutzzonen vor Schwanger schaftsberatungsstellen festzuschreiben. Durch eine Ergänzung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes wie es beispielsweise auch bei der Einführung der Vertraulichen Geburt notwendig war und umsetzt wurde sollte der Gesetzgeber Bedingungen definieren, wie die Vertraulichkeit der Beratung sichergestellt werden kann.

pro familia nimmt ihre Aufgabe sehr ernst, Frauen zu helfen, eine verantwortliche Entscheidung zu treffen. Diese Arbeit darf nicht durch unzumutbare Belästigungen torpediert werden. Frauen, Männer und Paare dürfen nicht an der Wahrnehmung ihres Rechts auf unabhängige Beratung und Information gehindert werden.

27. September 2018

 

Pressekontakt

Regine Wlassitschau

regine.wlassitschau@profamilia.de

pro familia Bundesverband

Mainzer Landstraße 250-254

60326 Frankfurt am Main

Tel. 069-26 95 779-22

Fax 069-26 95 779-30

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Pressemitteilung – Natascha Kohnen trifft sich mit pro familia Bayern

Im Zuge der Veranstaltung „KohnenPlus“ in Passau am 22.09.2018 verabredeten sich Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der BayernSPD, Katja Reitmaier, Bezirkstagskandidatin der SPD und Stefanie Kauschinger, Landesvorsitzende der pro familia Bayern anschließend zum Austausch über die familienpolitischen Themen Bayerns.

Einig war man sich über die Notwendigkeit, dass Bürger*innen sich medizinisch und sachlich über Ärzt*innen und deren Methode des Schwangerschaftsabbruches frei informieren können. „Wir halten es für falsch, Ärzt*innen zu bestrafen, wenn sie sachlich mitteilen, dass sie bereit sind, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen.

Die Strafnorm wurde 1933 von den Nationalsozialisten in das Reichsstrafgesetzbuch eingeführt und widerspricht den heutigen Vorstellungen von Informationsfreiheit, Selbstbestimmung und der freien Wahl eines Arztes.“, so Natascha Kohnen.

Unterstützt in dieser Aussage wird sie von Katja Reitmaier, welche hinzufügt: „Sachliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche sollten nicht strafbar sein, und unangemessene Werbung ist auch ohne das Strafgesetzbuch verboten.“

Stefanie Kauschinger weist noch auf die Problematik der flächendeckenden medizinischen Versorgung hin, da bereits jetzt in vielen Regierungsbezirken kaum mehr ausreichendes, wohnortnahes medizinisches Angebot zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen gegeben ist.

Hierzu wurde von beiden Kandidatinnen zugesichert, dass sie sich in der kommenden Legislaturperiode im Bayerischen Landtag für eine Sicherstellung und Verbesserung der Information sowie des Zugangs zu Möglichkeiten eines medizinisch kompetenten Schwangerschaftsabbruchs einsetzen.

Ein weiteres Thema waren die Kita-Plätze, welche ab 2019 für jeden kostenfrei werden sollen. „Bildung fängt nicht erst in der Schule an, sondern viel früher! Wir würden doch nie im Leben für Schulen Geld verlangen. Aber für Kitas tun wir’s. Und das passt einfach nicht zusammen“, argumentiert Natascha Kohnen. Finanziert werden soll dies über das Betreuungsgeld und Steuergelder.

Stefanie Kauschinger wendet ein, ob es denn hier nicht sinnvoll wäre, das neue Familiengeld in Bayern, welches bei vielen Familien für Unklarheiten sorgt, für die Finanzierung der Kitaplätze zu nutzen.

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Zum 01.09.2018 startete das neue bayerische Familiengeld, das für alle Familien mit 1 – 2 jährigen Kindern unbürokratisch und unabhängig vom Einkommen der Eltern 250 € bzw. 300 € pro Kind als zusätzliche finanzielle Unterstützung zukommen lassen soll.

Ins besondere für Familien mit geringem Einkommen und ALG II – Bezieher wäre dieses zusätzliche Einkommen dringend notwendig.

Pro familia Bayern begrüßt grundsätzlich alle politischen Anstrengungen, Familien mit Kindern zu entlasten.

Allerdings führe die derzeitige unklare Rechtslage zu einer deutlichen Verunsicherung der Familien, die am dringendsten auf diese Leistung angewiesen seien kritisiert die Landesvorsitzende der pro familia Bayern, Stefanie Kauschinger. „Von der Politik sollten die Familien erwarten können, dass Fragen wie die Anrechnung des Familiengeldes auf die Leistungen der Jobcenter vor der Einführung rechtssicher geklärt worden sind.“ Im Moment wüssten diese Familien nicht , ob sie das Familiengeld nun überhaupt behalten können oder ob sie es vielleicht doch zurückzahlen müssen. „Das stellt eine große Belastung für Familien dar, die jeden Euro dreimal umdrehen müssen “, so Kauschinger.

Auch für Familien mit wenig Einkommen und besonders für Alleinerziehende stelle das neue bayerische Familiengeld nur einen Tropfen auf dem heißen Stein dar. Besserverdienende hingegen seien nicht unbedingt auf diese Leistung angewiesen.

Sozial gerechter und für Familien mit geringem Einkommen sinnvoller wäre es , die Kitagebühren für Familien mit geringem Einkommen ganz abzuschaffen, zeigt sich die Landesvorsitzende der pro familia überzeugt. Zwar werden die Gebühren bislang fast überall nach Einkommen gestaffelt, doch müssen Eltern mit sehr wenig Geld im Schnitt proportional deutlich mehr von ihrem Einkommen als Gutverdienende für Kita – Gebühren ausgeben.

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